Dieses Geld kann die Tafel Gerolzhofen gut gebrauchen: Stephan Franke und Claus-Peter Batz, die Vorstände der Hegler-Nothilfe-Stiftung, waren am Donnerstag mit einem überdimensionalen Scheck über 4000 Euro in den Tafelladen in der Spitalstraße gekommen. Die Spende nahmen Ernst Gehling, Vorsitzender der Tafel Schweinfurt, und Brigitte Stühler, Vorsitzende der Tafel Gerolzhofen entgegen. Der Gerolzhöfer Tafelladen ist eine Außenstelle der Schweinfurter Organisation.

Lokaler Bezug

Dass die stattliche Spende nach Gerolzhofen geht, hat einen Grund. Die Hegler-Nothilfe-Stiftung hat nämlich einen lokalen Bezug. Die gebürtige Alitzheimerin Hedwig Hegler gründete 2003 die nach ihr benannte Stiftung, die seitdem schon in 278 Fällen geholfen hat und dabei rund 280 000 Euro ausschüttete. Hedwig Hegler verbrachte einen Großteil ihres Lebens in Bamberg, wo auch der Sitz der Stiftung ist.

Stephan Franke erläuterte auch, wie es zur Gründung der Stiftung kam. 1972 ereilte Hedwig Hegler ein schwerer Schicksalsschlag. Ein starker Sturm riss ein Dachmodul eines Produktionsgebäudes der Bamberger heutigen Firma Dr. R. Pfleger Chemische Fabrik ab, in der Hedwig Hegler arbeitete. Der Wind wehte das Modul auf die Straße. Um den Verkehr zu warnen, eilte Hedwig Hegler auf die Straße und wurde dabei von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Die Folgen dieses Unfalls begleiteten sie bis an ihr Lebensende im Jahr 2011.

Unverschuldet in Not geraten

Weil sie am eigenen Leib erlebte, wie ein Mensch unverschuldet in Not geraten kann, gründete sie 2003 die Hegler-Nothilfe-Stiftung, in die sie ihr Vermögen einbrachte. Die Stiftung unterstützt Unfallgeschädigte, körperlich und geistig Behinderte sowie sozial Schwache und Bedürftige, die von anderen Organisationen keine oder keine ausreichende Unterstützung bekommen. Die Empfänger von Unterstützungen müssen in Ober- oder Unterfranken ansässig sein. Allerdings hilft die Stiftung keinen Einzelpersonen, „weil wir die Bedürftigkeit nicht prüfen können“, erläutert Claus-Peter Batz. Er und sein Kollege leisten ihre Vorstandsarbeit ehrenamtlich. „Wir wollten auch einmal in der Region helfen, in der Hedwig Hegler geboren ist“, begründete Stephan Franke die Spende an die Gerolzhöfer Tafel.

Für Schulungen und Schuhe

Ernst Gehling erläuterte, was mit dem Geld geschehen soll. Auch die Ehrenamtlichen bei der Gerolzhöfer Tafel (zwölf Helfer im Laden und sechs Fahrer) seien immer mehr Vorschriften ausgesetzt. Fahrer müssten zum Beispiel Sicherheitsschuhe tragen. Das gesamte Personal muss sich außerdem einer Schulung über den Umgang mit Lebensmitteln unterziehen. Das soll mit dem Geld bezahlt werden. Außerdem sollen die Mitarbeiter eine einheitliche Kleidung bekommen.

Die von Brigitte Stühler geleitete Gerolzhöfer Tafel sammelt zweimal in der Woche Lebensmittel bei praktisch allen Märkten der Region ein und gibt sie einmal in der Woche (samstags von 14 bis 15.30 Uhr) an Bedürftige aus. Die Lebensmittel können in den Geschäften nicht mehr verkauft werden, sind aber noch einwandfrei.

Große Tüte Lebensmittel für drei Euro

Rund 35 Menschen aus der Stadt oder dem Umland sind bezugsberechtigt. Dahinter stehen aber oft noch vier, fünf oder mehr Familienangehörige. Für drei Euro erhält ein Bezugsberechtigter eine große Tüte mit Lebensmitteln. Etwa die Hälfte der Kunden bei der Tafel sind Flüchtlinge. Die Berechtigungsscheine für die Tafel stellt die Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen aus.

Personell ist die Tafel einigermaßen gut mit Ehrenamtlichen ausgestattet. Was aber noch fehlt, sind Fahrer, die mit dem Tafel-eigenen Kleintransporter Mittwoch und Freitagvormittag die Lebensmittel bei den Geschäften abholen. Eine Tour dauert etwa drei Stunden.

Kontakt: Ernst Gehling, Tel. (0177) 3 37 62 99.

Artikel und Foto: Norbert Finster – mit freundlicher Genehmigung der Mainpost Würzburg

Im Bild bei der Übergabe: der Vorsitzende der Tafel Schweinfurt Ernst Gehling (links), Claus-Peter Batz (Zweiter von links) und Stephan Franke (rechts), die Vorstände der Stiftung, sowie Brigitte Stühler, Vorsitzende der Gerolzhöfer Tafel.