Ohne die Speditionen „Geis Transport und Logistik GmbH“ und „Pabst Transport GmbH & Co. KG“ (beide Gochsheim bei Schweinfurt) wären die Tische von 23 Tafeln in Nordbayern, Hessen und Thüringen dürftiger gedeckt. Die beiden Speditionen stellen dem Tafel-Logistikzentrum Schweinfurt Lagerraum zur Verfügung, – auch für Frisch- wie Tiefkühlware, und sie transportieren zu „sehr moderaten“, sagt Logistiker Alfred Gropp.

Die Tafeln in Deutschland sind gegliedert in den Bundesverband und die Landesverbände. Dem Landesverband Bayern sind 169 Tafeln mit rund 7000 Helfern angeschlossen. Vor Ort sammelt jede Tafel Waren ein, zumeist bei Lebensmittelmärkten und Großbäckereien. In und um Schweinfurt werden beispielsweise täglich zwei Touren abgefahren. Parallel werden die Tafeln in Bayern von fünf Logistikzentren mit Palettenware beliefert: Traunstein, Augsburg, Kempten, Feucht und Schweinfurt.

Bis nach Hessen und Thüringen

Alfred Gropp ist in Schweinfurt der Kopf, der die Wege der Waren, die direkt von Firmen oder über den Bundes- sowie den Landesverband dem Logistikzentrum Schweinfurt angeboten werden, steuert – nach Ansbach, in die Bäderstädte Brückenau, Hersfeld, Kissingen, Mergentheim und Neustadt sowie nach Bamberg, Fulda, Gemünden, Gera, Hammelburg, Haßfurt, Hof, Karlstadt, Kitzingen, Lauterbach, Lohr, Marktheidenfeld, Nürnberg-Land, Schweinfurt, Steinau, Würzburg und Coburg.

„Das funktioniert nur, weil uns die Firmen Geis und Pabst hervorragend unterstützen“, sagt Gropp, der im letzten Juli von seinem Vorgänger Gerd Kirchner „absolut geordnete Verhältnisse“ übernommen hat. Gropp entscheidet je nach Lagerkapazitäten über die Annahme von Angeboten der (Hersteller-)Firmen (darunter: Burgis GmbH, HeDe Getränkehandel, Hiestand, Kühne, Logistics &Mohr, Naabtal Milchwerke, Odenwald-Früchte, Kräuterhaus Wild, Bürger Nudeln, Fuchs Gewürze, dennree-bio-markt, Molkerei Zott und Frankonia Schokolade) sowie über die Ausschreibungen des Bundes- und Landesverbands. Er lässt die Palettenware abholen und kümmert sich um die Verteilung an die 23 Tafeln, die ihre Lieferwagen auf die Höfe der beiden Speditionen schicken.

Gewachsene Strukturen

Dass Gropp selten nachfassen muss, dass zumeist alle von ihm angenommenen Waren sofort Abnehmer finden, spricht für Erfahrung und die von Kirchner in 14 Jahren aufgebauten und von Gropp gepflegten Strukturen. Dabei helfen Erkenntnisse aus der Lieferanten- und der Entnahmestatistik.

Je Palette zahlen die Tafeln 20 Euro für Transport und Lagerung. Im Bereich des Logistikzentrums Schweinfurt summieren sich im Monat rund 100 Paletten, die disponiert und abgeholt werden. Weil Pabst und Geis „sehr entgegenkommende“ Preise verlangen – oder auch nur eine Spendenquittung – funktioniert das System bestens. Und auch, weil die Zusammenarbeit hervorragend klappe, weil ein jeder von den Leitungskräften über die Disponenten bis zum Staplerfahrer die 30 000 Menschen unterstütze, die zu den 23 Tafeln gehen, so Gropp.

Logistiker bei der Post AG

Seinen wöchentlichen Zeitaufwand im Ehrenamt gibt Gropp mit einem Arbeitstag plus Überstunden an. Per E-Mail hät er Kontakt zu den Tafeln und den Anbietern. Zu erstellen sind Warenverteilpläne und Warenentnahmescheine. Und da alle Beteiligten mitmachen, kann oft die Ware an die Tafeln direkt vom Laster der Spedition in die Lieferwagen der Tafeln verteilt werden.

Gropp ist Logistiker mit langer Berufserfahrung. Der ehemalige Abteilungsleiter bei der Post AG war zuständig für das Transportwesen des Paketzentrums Kitzingen und der Briefzentren Bamberg und Würzburg.

Artikel: Gerd Landgraf – mit freundlicher Genehmigung der Mainpost in Würzburg
Foto: Alfred Gropp